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education 05 | Salzburg

xact – Interessanter kann eine Fortbildung nicht sein

Es hat zwar ein bisschen gedauert bis xact jetzt auch in Salzburg Station gemacht hat, aber das Warten hat sich gelohnt: Die rund 30 ÄrztInnen, die aus ganz Salzburg gekommen waren, konnten eine Fortbildung auf höchstem Niveau verfolgen. Neben dem Hauptthema, der neuen Therapiemöglichkeit für BRCA-mutierte Patientinnen mit Ovarialkarzinom und der damit verbundenen Testung, gab es noch interessante „Sidesteps“. Ein Vortrag griff das Thromboserisiko von TumorpatientInnen auf und darüber hinaus wurde auch die noch etwas „dürftige“ Palliativmedizin in Österreich angesprochen.

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Primar Univ.-Prof. Dr. Thorsten Fischer begrüßte als Hausherr die ReferentInnen, darunter auch Nicht-Salzburger, die auf seine Einladung hin gekommen waren. Den Anfang machte Univ.-Prof. Dr. Alain Zeimet aus Innsbruck, der den neuen PARP-Inhibitor Olaparib ausführlich vorstellte. Er brachte aktuelle Daten vom ASCO 2016, die zeigten, dass die Effekte von Olaparib von langer Dauer sind. Deshalb wird das Potential des PARP-Inhibitors auch in großen klinischen Studien weiter verfolgt – unter anderem in der PAOLA 1 Studie, wo Olaparib in der first line getestet wird.

Das zweite Thema des Fortbildungsabends diskutierte die genetische Beratung und Testung beim Ovarialkarzinom. OA Dr. Gerhard Bogner skizzierte kurz die Unterschiede der Keimbahntestung und der somatischen Testung. Wer zu testen sei, da berief sich Bogner auf die eindeutige Stellungnahme der AGO von 2015. Näher ging er auch auf die Reihenfolge und den Zeitpunkt der Testung ein und gab einen kurzen Ausblick auf das „Next Generation Sequencing“ – die neue Generation der DNA-Testung in einem beschleunigten Verfahren, die bald auch in Salzburg möglich sein wird. Interessant war außerdem seine Aufzählung von DNA-Sequencen, u. a. MU11, BRIP, MLH1, MSH, etc., die alle klinische Relevanz haben und in den NCCN Guidelines bereits abgebildet sind.

In der Panel-Diskussion wurde dann insbesondere die BRCA-Testung in Salzburg behandelt und Univ.-Prof. Dr. Karl Sotler, der erst seit kurzem die Universitätsklinik für Pathologie in Salzburg übernommen hat, berichtete über den aktuellen Stand der Mutationstestung. Auch die Unterschiede zwischen Wien und Salzburg wurden diskutiert, da bei der Testung in Salzburg der somatischen und in Wien der Keimbahntestung der Vorzug gegeben wird. In Wien werden laut Priv. Doz. Dr. Christoph Grimm aktuell alle Frauen mit Ovarialkarzinom getestet. Schwächen gibt man bei der Catch up-Testung zu. Hier fehle es an Manpower. Interessant auch die Frage von Thorsten Fischer an das Panel: „Was werden wir in 10 Jahren alles testen?“. Amplifikationen in der Frauenheilkunde werden einen großen Stellenwert bekommen, da war man sich einig.

Ein Thema des Abends beschäftigte sich mit der „Thrombose-Prophylaxe bei den gynäkologischen Malignomen“. Christoph Grimm wies auf die Häufigkeit von Thromboembolien hin und sprach von der häufigsten vermeidbaren Todesursache. Erhöht ist auch das Risiko von KrebspatientInnen unter Onko-Therapie. Es gibt einen Score, der das Risiko sehr gut ermittelt – der Khorana RiskScore. Auch die AGO erhebt aktuell mit einer prospektiven Observationsstudie mittels Fragebogen dieInzidenz von Thrombosen bei Patientinnen mit einem gynäkologischen Malignom.

Thorsten Fischer brachte seine Ausführungen zur Palliativ-Therapie bei gynäkologischen Tumoren dann aufgrund des fortgeschrittenen Abends in gekürzter Form. Aber diese hatte es dafür in sich und regte zum Nachdenken an:

Er sprach von einem Must, dass ÄrztInnen den Krebspatienten auch kennen sollten, wenn sie ihn/sie im Tumorboard besprechen. Er sprach von S3 Leitlinien, einem sehr umfassenden Werk, in dem lediglich 6 Seiten der Palliativmedizin gewidmet sind. Und er erzählte von PatientInnen – keine Einzelfälle –, die am Sterbetag noch eine Chemotherapie bekommen oder in der Akutaufnahme oder Intensivstation landen. „Das alles zeugt von schlechter Qualität“, so Fischer. Ähnlich sah es Schlussredner Dr. Johann Zoidl, der sich nach einem Schlüsselerlebnis von der Strahlentherapie kommend für die Palliativ-Medizin entschied. „In der Palliativ-Medizin geht es immer um eine Verbesserung der Lebensqualität“ und diese kann für TumorpatientInnen ganz unterschiedlich aussehen. Im Nachfolgenden beschrieb er ganz viele Maßnahmen, die KrebspatientInnen den Alltag erleichtern bzw. ermöglichen können.

Um Punkt 21.00 Uhr endete das Programm, aber die Diskussionen und Fragen gingen bei dem einen oder anderen Glas Rotwein noch weiter.

Eine der interessantesten xact-Veranstaltungen – das ist sicher! Wir freuen uns auf das nächste Mal!

ID 830120, 04/2017

education 04 | Graz

xact – geht in die zweite Runde

Graz machte mit einer interessanten Fortbildung den Anfang

„1963 wurde das Wirkprinzip das erste Mal beschrieben“, berichtete OA Dr. Christian Schauer bei seinem Eingangsvortrag über den neuen PARP-Inhibitor, der nun erstmals als Therapie für Ovarialkarzinompatientinnen zur Verfügung steht. Überhaupt sei es eine „spannende Zeit“, so Schauer – da vielversprechende Medikamente mit neuen Wirkprinzipien entwickelt wurden. Der PARP-Inhibitor, der in Österreich seit Mitte letztens Jahres verfügbar ist, sei eine neue Chance für Patientinnen. Damit zeigen wir einmal mehr, dass Österreich zu den führenden Ländern Europas bei der Ovarialkarzinomtherapie gehört. Danach sprach Priv.-Doz. Dr. Gunda Pristauz über die BRCA-Mutationstestung beim Ovarialkarzinom, die an der Uniklinik in Graz genau nach den Empfehlungen der AGO ablaufe, wonach alle Patientinnen mit epithelialem Ovarialkarzinom – unabhängig von Alter und familiärer Vorgeschichte – getestet werden sollen. Darüber hinaus erfolgt die Testung in Graz sowohl aus dem Blut als auch aus dem Tumor – was noch nicht an allen Kliniken in Österreich aktuell der Fall ist. Die Panel-Diskussionsrunde brachte einige interessante Fragen auf, unter anderem, wie man die positiv getesteten Patientinnen bestmöglich vor Datenmissbrauch schützen kann. „Ein akkordiertes Vorgehen“, so Hausherr Univ.-Prof. Dr. Edgar Petru, „ist hier notwendig – auch hinsichtlich der Angaben, die gegenüber den Versicherungsträgern gemacht werden.“ Ferner wurde über die ersten Erfahrungen mit dem neuen PARP-Inhibitor diskutiert. 5 Patientinnen sind derzeit an der Frauenklinik in Graz in Behandlung. Das Nebenwirkungsprofil, so der allgemeine Tenor, sei günstig. Weitere Themen waren das Verabreichungsmanagement der Kapseln und die optimale Therapiesequenz. Mit neuen Therapieoptionen beim Ovarialkarzinom, die aktuell in Studien getestet werden, schloss Petru xact Graz und lud zum Buffet.
 

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education 03 | Wien

xact in Wien

ein exaktes Update zum familiären Ovarialkarzinom

Interessierte GynäkologInnen trafen sich am 18. November in Wien zu einem Ovarialkarzinom-Update der besonderen Art – das neue Bildungsforum der AGO mit der Veranstaltungsreihe xact machte Station. Zwei Themen standen dabei im Mittelpunkt: Zum einen diskutierte man den aktuellen Stand der BRCA-Testung in Österreich und die neuen AGO-Guidelines, zum anderen wurde eine neue Therapie beim Ovarialkarzinom vorgestellt, die genau diese Testung im Vorfeld für die Indikation benötigt.

Der PARP-Inhibitor Olaparib ist nämlich nur für Patientinnen mit einer BRCA-Mutation zugelassen. Prof. Alexander Reinthaller, der gemeinsam mit Prof. Christian Marth zur Fortbildungsveranstaltung einlud, brachte in seinem Vortrag einen Überblick zur neuen Behandlungsoption. Priv.-Doz. Dr. Stephan Polterauer sprach dann die Guidelines im Detail an und machte mit seinen Ausführungen klar, wo die Reise hingeht – nämlich zur konsequenten BRCA-Testung von Ovarialkarzinompatientinnen. Prof. Christian Singer skizzierte das Risiko von Angehörigen, in deren Familie es mehrere Patientinnen mit einem Ovarial- und/oder Mammakarzinom gibt - hier schnellt das Erkrankungsrisiko auf bis zu 60 Prozent hoch – eine Tatsache, die seit dem Outing von Angelina Jolie verstärkt ins Bewusstsein der Bevölkerung gerückt ist.

Priv. Doz. Dr. Christoph Grimm präsentierte dann im Anschluss ein Fallbeispiel. Die teilnehmenden ÄrztInnen konnten ihr Wissen überprüfen und Therapieentscheidungen via Digi-Voting treffen. Die Ergebnisse wurden anschließend diskutiert. Dabei kam die Frage nach der Testungsart auf – ob der Testung aus dem Blut oder der somatischen Testung der Vorzug zu geben sei. Allgemeiner Tenor der Panel Discussion-TeilnehmerInnen: In Österreich wird derzeit vorwiegend aus dem Blut getestet. Falls der Bluttest kein brauchbares Ergebnis zeigt, könne man eine somatische Testung anhängen. Einig war man sich auch über die altersunabhängige Testung für Ovarialkarzinompatientinnen, um positiv-getesteten Patientinnen in jedem Fall die neue Therapieoption anbieten zu können. Prof. Christian Marth führte dann in das Reich der Therapie-Zukunft und sprach über neue PARPi, Angiogenesehemmer und Immuntherapeutika, die in Erprobung sind. Nach so viel Neuem war es dann Zeit für die Schlussworte und Prof. Alexander Reinthaller lud zum Buffet.
 

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education 02 | Linz

Exakt was zu erwarten war

Großes Interesse, interessante Vorträge, rege Diskussion

Das Bergschlössl hat sich schon oft als netter Austragungsort für interessante Fortbildungsveranstaltungen erwiesen, so auch diesmal. xact Linz unter der Schirmherrschaft von Primar Univ.-Doz. Dr. Lukas Hefler sprach alle Themen an, die in Zusammenhang mit familiärem Ovarialkarzinom stehen.

Gastreferent Univ.-Prof. Dr. Christian Singer referierte gleich zu Beginn über die BRCA Mutationstestung in Österreich. 140 Frauen seien 2015 bei ihm in Wien prädiktiv getestet worden und das sei beachtlich. Seit dem Outing von Angelina Jolie habe sich die Zahl der Präventivtestungen verfünffacht. Mittlerweile habe man 80 Beratungsstellen in ganz Österreich eingerichtet. Die Sequenzierung ist in sieben Arbeitstagen möglich – alles in allem ist Österreich damit ein Best Practice Beispiel für genetische Beratung und Testung in Europa. Ähnliche Modelle werden beispielsweise in Deutschland erst aufgebaut. Mit der neuen PARP-Inhibitor Therapie kommt zur Präventivtestung jetzt die therapeutische Testung hinzu. OA Dr. Gudrun Brunnmayr-Petkin fasste in ihrem Vortrag bei xact Linz das „Warum“ und das „Wie“ der BRCA-Testung von Ovarialkarzinompatientinnen zusammen und zitierte aus den AGO-Leitlinien, die in Österreich die Vorgangsweise bestimmen. Primar Hefler erklärte den neuen PARP-Inhibitor und gab zu, bei der Vortragsvorbereitung noch sehr viel mehr über dieses interessante Wirkprinzip dazugelernt zu haben. Bei der anschließenden Panel Discussion waren sich die Experten einig, dass man jetzt endlich eine neue Therapie für Patientinnen mit schlechter Prognose zur Verfügung habe. Auch wenn die Zulassung des neuen PARP-Inhibitors auf Ergebnissen aus einer Phase II Studie beruht, müsse man Patientinnen mit entsprechender Indikation die neue Therapie so rasch wie möglich zukommen lassen. Auf die Phase III-Daten, die schon bald vorliegen werden, sei man gespannt, so der allgemeine Tenor. Dr. Ruth Helfgott vom Brustgesundheitszentrum sprach anschließend über den Einsatz von PARP-Inhibitoren beim Mammakarzinom und den aktuellen Stand der laufenden Studien. Zum Schluss wurde es noch sehr „chirurgisch“ – OA Dr. Judith Lafleur sprach über die „Opportunistische Tubektomie“, bis Primar Hefler die diskussionsfreudige Linzer GynäkologInnengesellschaft zum Buffet lud.

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education 01 | Innsbruck

Auftaktveranstaltung gelungen – Fortsetzung folgt

xact – das neues Bildungsforum der AGO startet mit Fortbildungsreihe zum Ovarialkarzinom

Die “xact – the medical update”-Premiere fand am 16. Juni 2015 in Innsbruck statt. Und wie es sich für eine Premiere gehört, war das Interesse riesengroß. An die 50 TeilnehmerInnen, interessierte GynäkologInnen aus Innsbruck und Umgebung, aber auch aus Vorarlberg und Salzburg folgten den Vorträgen. Diese widmeten sich insbesondere der neuen Behandlungsmöglichkeit beim familiären Ovarialkarzinom, dem PARP-Inhibitor Olaparib und den daraus resultierenden Konsequenzen im klinischen Alltag. Bei der Paneldiskussion, die von Univ.-Prof. Dr. Christian Marth und Univ.-Prof. Dr. Alexander Reinthaller, der extra aus Wien angereist war, gemeinsam moderiert wurde, wurden dann die Herausforderungen diskutiert, die mit dem Einsatz der neuen Substanzklasse zu bewältigen sind.

Eine detaillierte Berichterstattung dieser ersten Fortbildungsveranstaltung erfolgte im Jatros „Medizin für die Frau“.
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Eine Kooperation der AGO mit AstraZeneca